Auch Deutschen passiert es ab und an, dass ihnen der Alltag zu langweilig wird. Zwar haben wir da eine sehr hohe Toleranzgrenze, aber irgendwann möchte man doch aus der Langweile herausbrechen und das Abenteuer Leben genießen. In Europa, und speziell auch in Deutschland, sind die Menschen ganz gut unter Kontrolle. Liegt vor allem an dem guten Ausbau des Fernsehens und des Internets. Mittlerweile kann man ja sogar online Petitionen schreiben und es gibt auch schon virtuelle Demonstationen bei Facebook. Man kann also ganz bequem von daheim aus Widerstand leisten. Nicht ganz so anonym wie auf der Straße, aber das nimmt man wegen der Bequemlichkeit auch gerne in Kauf. Bei den aktuellen Temperaturen bleibt man doch lieber im warmen Zuhause anstatt auf der Straße gegen irgendetwas zu demonstrieren.
Einige Ausnahmefälle gab und gibt es jedoch auch in Deutschland:
Damals beim Mauerfall waren doch einige Menschen unterwegs. Das lag aber größtenteils am schlechten Fernsehprogramm und Internet gab es damals nicht. Man hat den Ossis praktisch gar keine Wahl gelassen, sondern man hat sie regelrecht gezwungen altmodisch auf der Straße herumzulaufen. Hätte Erich damals schon das Internet gehabt, dann hätte das Pardon zum Bundestrojaner für Ruhe und Ordnung gesorgt. Ich bin mir sicher, dass es eine Art Volkskamera gegeben hätte, so wie es ja auch Volkszahnbürsten und Volksfernbedienungen gibt. Jeder Bürger hätte kostenlos zum Internetzugang eine Volkskamera inkl. Treiber (Trojaner) bekommen. Hätte man da das Volk schön kontrollieren können. Man stelle sich das einmal vor! Die Menschen hätten dann praktisch schon beim Gang zur Demonstration abgefangen werden und in Ballungszentren hätte man gleich mal obligatiorisch Panzer aufstellen können. Nunja… die Zeit war eben noch nicht reif für die DDR. Vielleicht klappt es ja in China besser, die Ansätze sind ja auf jeden Fall da.
Dann gibt es noch die Castor-Gegner, deren Gründe zum herumlungern nachvollziehbar und durchaus vernünftig sind. Meiner Meinung nach sind das jedoch meist alteingesessene Demonstranten, die sich schon aus Routine auf die Gleise legen. Manche haben da bestimmt auch im Laufe der Zeit sogar einen Fetisch entwickelt und ketten sich eventuell schon daheim an den Kühlschrank. Übung macht den Meister! Das Gedankengut hat sich ja seit Jahrzehten nicht geändert, die Methoden folglich auch nicht. Viele von den Gegner sehen im Internet und Fernsehen bestimmt das Böse und passen sich deshalb nicht der Zeit an. Politisch ist das natürlich problematisch, weil man die Leute über das Internet dann auch nicht orten kann. Die Castor-Gegner wird es folglich weiter im “Real Life” geben. Entweder wird der Widerstand eines Tages in Facebook enden oder die Generation stirbt schlcith und ergreifend auf den Gleisen aus. Lassen wir uns überraschen!
Und dann gibt es da noch Stuttgart 21. Irgend etwas ist da doch schiefgelaufen. Was zur Hölle machen die Demonstranten auf der Straße? Da hat doch jeder Internet und mit Sicherheit ist mindestens jeder Dritte bei Facebook. In dieser Community gibt es wiederrum Gruppen für und gegen S21. Man kann problemlos hin- und herwechseln, falls einem danach ist. Das ist natürlich während einer echten Demonstation schwierig und gefährlich. Ausserdem gibt es die wundervolle Funktion “Gefällt” mir bei Facebook. Darüber kann man ja auch schon seine Meinung kundtun und Widerstand leisten. Das ganze wäre auch fast schon anonym, wenn da nicht der Name angezeigt werden würde. Schon seltsam, dass die Menschen trotzdem auf die Straße gehen. Eventuell haben die meisten dort ja 1&1 und da funktioniert ja das Internet des öfteren nicht. Oder das DSL in Stuttgart ist zu langsam für virtuellen Widerstand. Mehr Gründe fallen mir da jetzt spontan nicht ein. Anstatt die Polizei zu beauftragen hätte ich persönlich im Schlossgarten kostenlose Internet-Terminals in Baumform mit Facebook als Startseite aufgestellt. Das hätte die Lage wohl eher beruhigt. Die Menschen hätten sich brav in einer Schlange angestellt und dann seinen “Gefällt mir”-Button gedrückt.
Fazit:
Tja… mal schauen wie sich das alles so weiter entwickelt. Auf jeden Fall hat es sich die Regierung ja zum Ziel gemacht, auch das letzte Kaff mit Highspeed-DSL zu versorgen. Und die Fernsehangebote per Kabel oder Sat werden auch immer vielfältiger und unsinniger, aber das ist schon fast wieder einen eigenen Blog-Beitrag wert.
Wie dem auch sei… nun habe ich meinen virtuellen Widerstand geleistet und Du, Du bist auch hier gelandet! Du kannst nun unten auf den “Gefällt mir”-Button drücken und die Sache ist geritzt. Danke für Deinen Widerstand! :-)

