Die deutsche Verkehrspolitik hat auf der schwäbischen Alb mit einem Online-Flashmob zu kämpfen. Bei der Namensgebung eines neuen Tunnels der B29 bei Schwäbisch Gmünd sollte das Volk mit eingebunden werden. Neben Vorschlägen wie “Salvator-Tunnel” (Wallfahrtsanlage im Ort), “Staufer-Tunnel” (Kaisergeschlecht der Region) und “Einhorn-Tunnel” (Wappentier) waren die beliebtesten Vorschläge. Und dann gab es noch den “Bud-Spencer-Tunnel” als Option.
Die Facebook-Gruppe “Bud-Spencer-Tunnel Schwäbisch Gmünd wählen!” scheint kaum noch zu bremsen zu sein. Über 27.000 Menschen haben dort bereits dort bereits bekundet, auf der Homepage von Schwäbisch Gmünd ihre Stimme für den Schauspieler abgegeben zu haben.
Sie machen zudem ihre Freunde auf die Aktion aufmerksam: Fast 120.000 Einladungen an andere Facebook-Nutzer wurden verschickt. Ständig kommen neue Fans hinzu. Die Rathausspitze gibt sich trotzdem gelassen. “Das ist eine lustige Geschichte. Der Gemeinderat wird das Ergebnis auch diskutieren”, sagte Stadt-Sprecher Markus Herrmann. Der Bund hatte das 180-Millionen-Euro-Bauwerk als teuerste Ortsumgehung in Deutschland eingestuft.
Heute findet in der Ortschaft um 15:00 Uhr eine Gemeinderatssitzung zum Thema statt. Das ganze wird wegen des hohen Interesses der Öffentlichkeit sogar per Live-Stream im Internet zu sehen sein.
Wie dürfen gespannt sein, ob der Volkshumor von der Stadt angenommen wird. :-)
Quelle: heute.de
Update:
Der Gemeinderat hat sich trotz der überwältigenden Mehrheit der Bürger gegen den “Bud-Spencer-Tunnel” entschieden. Stattdessen wurde die Bürger mit der Benennung des Freibades nach Bud Spencer ruhiggestellt. Im September wird nun endgültig beschlossen, wie das Bauwerk tituliert wird.
Vielleicht findet sich ja noch ein Rechtsanwalt, der die diese “volksnahe Entscheidung” anklagt. An Unterstützern sollte es ja nicht mangeln. Ansonsten… oder bis dahin: Ein Hoch auf die Demokratie! :-/

Am Sonntag fanden die Landtagswahlen in Baden-Württemberg statt. Dass es Abzüge für die Mappus-Riege geben würde, war abzusehen. Das sich die Lage jedoch so grün färben würde, hätte wohl keiner erwartet. Mit einem Zuwachs von über 12 Prozent konnten die Grünen ihren Wählerstamm verdoppeln und überholten prozentual sogar die SPD. Gerade im konservativen Baden-Württemberg, welches fast 60 Jahre von der CDU dominiert wurde, hat nun der politische Wandel begonnen und erstmals wird ein grüner Ministerpräsident im Landtag sitzen. Winfried Kretschmann heißt das neue und für die meisten wohl doch eher unbekannte Gesicht, welcher nun das Zepter in die Hand nehmen wird. 
